Our trip to Versailles

Februar 2012

Unser nächster großer Städtetrip führte uns nach Paris. Diesen Eintrag widme ich aber meinem liebsten Schloss: Versailles. Einen Tag lang nahmen wir uns Zeit und fuhren mit der Pariser Regionalbahn hinaus in das etwa 20 km entfernte Städtchen, welches ebenfalls nach dem Schloss benannt ist. Nebenbei erwähnt wurde die Stadt erst später auf der östlichen Seite der Anlage erbaut.

February 2012

Our next big city trip led us to Paris. However, I devote this article to my favorite palace: Versailles. One day we took our time and went by regional train of Paris to the town, which was 20 km away from Paris. It is named by the palace. Besides the town was founded later east of the building.

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Nur wenige Hundert Meter vom Bahnhof entfernt konnte man es schon sehen – dominant, monumental, prunkvoll. Ganz im Zeichen Ludwigs XIV. Es war bereits das zweite Mal, dass ich Versailles besuchte, aber diesmal aus gutem Grund. In diesem Semester hatte ich ein Seminar über Schlossbauten belegt, ausgehend vom Mittelalter bis zur Moderne, bei dem ich mir das Thema Versailles ausgesucht habe. Und wie es der Zufall wollte, hatten mein Freund und ich die Reise nach Paris bereits geplant, sodass wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden konnten. :-)

Only a few hundred meters away from the railway station we could already see it – dominant, monumental, splendid. It was totally characterized by Louis XIV. This was the second time I visited Versailles, but this time I had a good reason. That semester I attended a seminar about castle buildings beginning with Middle Ages until modern times, in which I choose the topic Versailles. As luck would have it, my boyfriend and I planned already the trip to Paris, so that we could combine business with pleasure. :-)

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Das Denkmal von Ludwig XIV. Unter seiner Regentschaft entstand das Schloss, das zunächst nur ein kleines Jagdquartier seines Vaters, Ludwig XIII. war. Die Anlage blickt auf eine lange Baugeschichte unter der Herrschaft von Ludwig XIV. zurück. Er verbrachte seit der Thronbesteigung sein gesamtes Leben damit Versailles um- und auszubauen.

The memorial of Louis XIV. Under his reign the palace was built, but first it was a little hunting château of his father, Louis XIII. The building looks back on a long building story reigned by Louis XIV. Since his accession to the throne he spent his entire life to rebuild and enlarge Versailles.

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Wir betraten nun die Bühne des Königs. Ludwig XIV. überließ bei der Planung und Ausgestaltung des Schlosses nichts dem Zufall. Stets kontrollierte er alle Vorgänge persönlich. Seine Macht und die Verherrlichung um seine Person sollte die Anlage in ihrer Gesamtheit, aber auch in den kleinsten Details spiegeln. Die Vorhöfe zum Schloss waren also so konzipiert, dass der Besucher durch eine leichte Erhöhung zum König empor steigen musste. Je näher man dem Haupttrakt kam desto schmaler wurden sie. Die Architektur wies den Weg einzig und allein zu Ludwig XIV. und stellte dabei seine uneingeschränkte Macht und seinen Reichtum zur Schau.

So we entered the kings stage. Louis XIV. left nothing to chance, when it had to do with planning and decoration of the palace. He always controlled all processes by himself. The complex should reflect his power and the glorification of his person in entirety, but also in the minutes details. So the forecourts to the castle were conceived, that visitors had to ascend a slight rise upwards to the king. The farther you approached the main building the narrower the courts became. The architecture pointed the visitor in the right direction solely to Louis XIV. and showed his absolutely power and his wealth.

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Auf dem Weg dorthin, warf ich schnell nochmal einen Blick auf meine Notizen, bevor ich für meinen Freund den Schlossführer spielen konnte. :-)

On the way there I quickly took a look at my notes before I could play the castle guide for my boyfriend. :-)

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Wir überquerten den Ministerhof und man konnte schon von Weitem die anstehenden Menschen entlang des Dufourflügels sehen. Von dieser Perspektive aus konnte man den leichten Anstieg zum Schloss hin wunderbar beobachten.

We went across the Minister court and the crowd stood in line was seen from afar along the Dufour wing. From this vantage point the slight rise to the castle could be seen perfectly.

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Die Schlosskapelle. Sie war das letzte große Projekt, das Ludwig XIV. anging bevor er 1715 verstarb. Zwar konnte sie 1710 bereits eingeweiht werden, jedoch war sie im Inneren noch nicht vollständig ausgeschmückt und sollte es auch bis zu seinem Tode bleiben.

The palace chapel. It was the last big project Louis XIV. started before he died in 1715. The chapel could be already dedicated in 1710, but it was still not fully decorated in the inside and it should remain this way until the King`s death.

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Der Gabrielflügel.

The Gabriel wing.

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Der Einlass zum Königshof erfolgte über den Dufourflügel. Es ist auch sehr praktisch zu wissen, dass Männer und Frauen bis zum 26. Lebensjahr kostenlosen Eintritt haben, danach kostet die Karte etwa 15€. Und auch hierzu gab es eine witzigen Zwischenfall: Da ich ja bereits schon einmal in Versailles war, hätte ich es eigentlich wissen müssen. Von einem Rabbattangebot für die Eintrittskarten gelockt, stellten wir uns erst einmal an einer Bude gegenüber vom Bahnhof an und warteten,… und warteten,… und warteten (die Schlange war riesig)…bis es mir nach 15 Minuten dämmerte. Roma Pass lässt grüßen. ;-)

The admission to the royal court happend across the Doufour wing. It is good to know, that men and women until the age of 26 have free admission, otherwise the ticket costs about 15€. And here`s a funny story about that: Since I have already been to Versailles once, I should have known it better. Attracted by a reduction offer for the tickets, we stood in line at a kiosk across from the railway station and were waiting,… and waiting, … and waitng (it was a huge line) … until it dawned on me after 15 minutes. Say hello to Roma Pass. ;-)

 

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Wir befanden uns nun im zweiten Vorhof , dem sogenannten Cour Royal (Königshof). Die Fassade des Gabrielflügels ist in klassizistischer Baumanier gestaltet. Sie besteht aus weißem Sandstein, die von zwei risalitartigen Vorsprüngen durchbrochen wird. Diese sind mit vier Säulen der korinthischen Ordnung besetzt.

We were now in the second court, the Royal Court. The facade of the Gabriel wing is constructed classical. It is made of white sandstone, that is punctuated with two risalits. Four Corinthial columns are affixed on them.

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Gegenüber davon befinde sich die Fassade des Dufourflügels. Sie ist komplett gegensätzlich gestaltet. Der Grund dafür liegt wiederum in der Baugeschichte des Schlosses. Als es in seinen Anfängen vom König übernommen wurde, war die Bauweise aus Mischmauerwerk (Stein und Ziegel) in Frankreich nicht unüblich. Sie erschien aber den meisten Zeitgenossen Ludwigs XIV. als dem Rang eines Königs nicht würdig genug. Es wurde als Kartenschloss verspottet. Ludwig XIV. behielt diese Gestaltung jedoch zu Ehren seines Vaters bei. Die Macht des Königs wuchs von Jahr zu Jahr stetig an und so wurde auch Versailles um weitere, größere Gebäude erweitert. Diese Neubauten wurden jetzt aber im Stile des Klassizismus errichtet und wurden u.a. für staatliche Empfänge genutzt, während die privaten Räume im traditionellem Altbau untergebracht waren.

Towards therefrom is the facade of the Doufour wing, which is designed oppositional. The reason therefor has to do with the building history of the palace. When the king acquired the palace in his beginnings, the construction of stonework (stone and red-brick) was not unusual in France. However, for contemporaries of Louis XIV. such a design was not worthy enough for the rank of a king. It was mocked as a card castle. But Louis XIV. retained this structure in memory of his father. The King`s power grew from year to year steadily and so did Versailles in form of new and bigger buildings. These newly constructed buildings however were constructed this time classical and were used among others for public receptions. The private rooms were placed in the traditional old building.

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Wir näherten uns langsam dem Marmorhof und man merkte auch hier an der Architektur bereits, dass es, je weiter man vornaschreitete, desto prunkvoller und überladener die Außenfassade ausgeschmückt war.

We almost approached the Marble court and the farther we went forward the pompously and ornately the architectur became.

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Der letzte und schmalste Hof, der Cour de Marble (Marmorhof). Die Vereinigung von Glanz und Gloria erreichte hier seinen Höhepunkt . Reich verzierter Dach- und Wandschmuck, prächtige Säulen aus rotem Marmor sowie das Sonnenemblem mit der Anspielung auf den Sonnengott Apoll, mit dem sich der König gerne gleichsetzte (dieses lässt sich übrigens beinahe überall an der Schlossfassade finden). Somit ist es auch kein Zufall, dass sein Schlafzimmer sich hier im Zentrum des Marmorhofes befand, nämlich genau dort, wo die drei Rundbogenfenster zu sehen sind. Das verblüffende daran: die Architektur des Schlosses war genau darauf ausgerichtet, dass bei Sonnenaufgang die ersten Sonnenstrahlen durch diese Fenster hindurch direkt auf das Bett Ludwigs XIV. schienen. Ein Privileg, das nur dem Sonnenkönig vorbehalten war.

The last and narrower court, the Cour de Marble (Marble court). The fusion of Pomp and Circumstance reached the climax here. Richly ornamented roof and wall decoration, splendid columns made of red marble and the sun emblem in reference to the sun god Apollo, whom the king put on a level with himself (by the way, this emblem is found almost everywhere on the facade of Versailles). Therefore his bedroom was not accidently placed in the centre of the Marble court, marked by the three arched windows. The amazing thing about that: the construction of the room made it possible, that the first rays of sunshine arrived the King`s bed. A privilege, which was reserverd only for the Sun King.

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Wir befanden uns nun im Inneren des Schlosses. Der Eingang war nicht über den Marmorhof, sondern über den Gabrielflügel. Die wunderschöne Gesandtentreppe ist hier leider nicht zu sehen. Ihr Bau wurde im 18. Jahrhundert zugunsten von neuen Wohnräumen abgebrochen. Eine Kopie findet man heute im Herrenschloss am Chiemsee, das kleine bayrische Versailles.

We were now inside the palace. The entrance was not in the marble court, but in the Gabriel wing. The beautiful Ambassador stairs is unfortunally not seen here. The construction was stopped in the 18th. century because of new buildings. A copy of the original plan can be watched at Herrenchiemsee, the palace of Ludwig II. of Bavaria, also known as the "little Versailles".

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Die erste Station war die königliche Schlosskapelle. Hier zunächst das Untergeschoss, sie war für den Hof bestimmt. Eine wunderschöne Kapelle, sehr prächtig, sehr überladen. Ein Mix aus Gotik verbunden mit Elementen des Barock.

The first station was the King`s palace chapel. The basement was planned for the court. A beautiful chapel, very glorious and ornated. A mix of Gothic style combined with elements of Baroque.

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Eine Ebene höher war dem König und seiner Familie vorbehalten.

The second floor was reserved for the King and his family.

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Auch die Innenräume standen ganz im Zeichen Ludwigs XIV. Ob als Büste…

The interiors were characterized completely by Louis XIV. Whether as a bust…

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… oder als überdimensionales Gemälde.

… or as a huge painting.

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Da waren wir nun im weltberühmten Spiegelsaal. Er misst eine Länge von 75m sowie eine Breite von etwa 10m. Bevor wir diesen Raum betraten, durchschreiteten wir etliche kleinere Räume. Jeder davon stand für ein bestimmtes Motto. Die traditionelle Zweiteilung der königlichen Appartements sah vor, dass der König die Nordseite und die Königin die Südseite des Schlosses bewohnten. Wir durchquerten also zunächst die Appartements des Königs. Das Zimmer, das unmittelbar in die Spiegelgalerie führte, war der Kriegssaal, in dem die kriegerischen Erfolge Ludwigs XIV. an Decken und Wänden dokumentiert wurden. Am Ende der Galerie, gelangte man in den Friedenssaal. Dieser führten dann zu den Wohnräumen der Königin.

Here we go: the famous Hall of Mirrors. It measures 75m length and 10m wide. Before we got there, we had to pass through some small rooms. Each one of them had a specific motto. The traditional binary division of the royal Appartements provided that the King housed in the north side and the Queen in the south side of the palace. So we firstly passed through the King`s Appartements. The room before the Hall of Mirrors was called War Saloon, the military successes of Louis XIV. were doucumented on the walls and the ceiling. The next room was called the Peace Saloon. It led us to the Queen`s Appartements.

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Bedeutende Schlachten wurden auch an den Decken der Spiegelgalerie festgehalten. Auch hier wurde die Architektur geschickt in die Propaganda Ludwigs XIV. mit eingebunden. Den zahlreichen Rundbogenfenstern stehen exakt gleichgroße Spiegel gegenüber. Verbunden mit den kristallinen Kronleuchtern und den goldenen Skulpturen, Möbeln sowie auch architektonischen Elementen ergab sich beim Einfall der Sonne ein unglaubliches Lichtspiel. Genutzt wurde der Saal für Feste oder als eine Art überdachte Promenade, da sich vor der Errichtung des Spiegelsaals an dieser Stelle eine Terrasse befand, von der aus man einen herausragenden Blick auf den Garten hatte. Man kann auch sagen, dass dieser Ausblick durch die großen Fenster so gut wie möglich erhalten geblieben ist.

Significant battles were also doucumented on the ceiling of the Hall of Mirrors. The architecture was ingeniously integrated in the propaganda of Louis XIV. like on the outer facade before. The numerous archid windows are faced with exactly equal mirrors, combined with the crystalline chandeliers and the golden sculptures, furnitures together with architectonic elements there was an incredible moving picture when the sun was shining. The hall was used for celebrations or as a roofed promenade, because before the Hall of Mirrors was built a terrace was placed there. The best view onto the garden was from this place back then. Today the view is due to the big archid windwos mostly as good as it was then.

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Das Schlafzimmer des Königs. Das für heutige Verhältnisse kleine Bett ist durch eine Balustrade vom restlichen Raum getrennt. Es gab morgendliche Aufsteh- und abendliche Zubettgehzeremonien, an denen der Hof stets anwesend war. Spielerisch ließ er die Adelsgesellschaft um seine Gunst wetteifern u.a. darum wer ihn Ankleiden oder beim Essen neben ihm sitzen durfte. Diese vom König selbst eingeführten Rituale waren ein geschickter Schachzug von ihm, den Adel unter Kontrolle zu halten. Indem er sie für ihre Mühen reich entlohnte und sie in eine höhere Position erhob, brauchte er keine Aufstände fürchten.

The King`s bedroom. For today`s circumstances the bed was very small and separated by a balustrade from the rest of the room. There were constantly waking-up rituals and going-to-bed rituals, where the court always participated in. Playfully he let the aristocratic society compete for his affection e.g. who would have the honor to dress him or to sit next to him while dinner. These rituals, introduced by the King himself were a policy stroke to control the aristocracy. Due to the fact that he richly rewarded them for their efforts and brought them to a higher position, he didn`t have to fear riots.

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Hier sieht man die Westfassade des Schlosses. Wie schon vorher erwähnt wurde, ist der hinzukommende Neubau klassizistisch gestaltet. Die gesamte Ostfassade (bis auf ein paar Gebäudeabschnitte) hat das traditionelle Mischmauerwerk beibehalten, während die Gartenansicht mit dem monumentalen Nord- und Südflügel die eigentliche Hauptansicht des Schlosses darstellte. Interessant ist auch, dass das Dach der Kapelle das des Schlosses um einige Meter überragt. Dahinter steckte jedoch kein architektonischer Fehler, sondern es sollte die Stellung Gottes (als Einzigen) über Ludwig XIV. symbolisieren.

This is the west facade of the palace. Like I mentioned before, the new buildings were constructed classical. The complete east facade (except some sections of the building) remained in stonework, while the garden frontage, including the monumental north- and south wings, was the actual main facade of the palace. An interesting fact is also, that the roof of the palace chapel is a little bit higher than that of the palace. However, this was not an architectonic imperfection, but it should symbolize the position of God (solely) above Louis XIV.

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Mein Fazit: Eine Reise nach Versailles würde ich jederzeit wieder machen, es gibt einfach noch so vieles zu sehen. Das erste Mal war es ein recht flüchtiger Besuch mit einer Reisegruppe, wo man sich nur schnell einen kurzen Eindruck verschaffen konnte. Beim letzten Mal hatten wir zwar einen ganzen Tag investiert, jedoch stand für mich persönlich die Architektur im Vordergrund, da ich gute Abbildungen für meine Hausarbeit gebraucht habe. Letztendlich kam die Besichtigung des Gartens dadurch viel zu kurz sowie die dort angesiedelten Trianonschlösser und das Dorf der Königin. Somit wird es definitiv noch ein paar Reisen nach Versailles geben, von denen ich euch dann ausfürhlich berichten werde.

My conclusion: I would definitely go on a trip to Versailles again, because there is still so much to see. The first time I was there, it was a flying visit with a tour group, where I only got a short impression of the complex. The last time we planned the whole day to take pictures of the architecture of Versailles, which I needed for my research paper. So the visit of the garden together with the Trianon castles and th Queen`s village got short. Therefore there will be definitively some trips to Versailles, of these I will tell you then in detail.

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